Der Weg zur Kirche

Soll der Bräutigam die Braut erst vor dem Altar sehen, dann erscheint das Brautpaar verständlicherweise getrennt an der Kirche. Er ist schon etwas früher da und begrüßt bei der Gelegenheit schon einmal die Gäste. Während sie so kurzfristig wie möglich erscheint. Das heißt allerdings nicht, daß die Braut zu spät kommen darf, berücksichtigen Sie also, eventuellen Großstadtverkehr und daß das geschmückte Auto maximal 50 km/h fahren darf.

Einzug

Die kirchliche Trauung beginnt mit dem Einzug der Braut. Überlegen Sie sich gemeinsam, wie der Einzug von statten gehen soll, es gibt nämlich verschiedene Varianten:

Klassisch und vielfach in Hollywood Filmen gesehen, warten die Gäste in der Kirche, der Bräutigam steht am Altar, während die Braut mit Ihrem Vater in die Kirche einzieht.

Die Gäste warten allesamt in der Kirche, während das Brautpaar gemeinsam in die Kirche einzieht. Diese Variante wird übrigens von vielen modernen Paaren bevorzugt, erspart sie doch dem Bräutigam die bangen Minuten, die er vor dem Traualtar wartend verbringt.

Der Kreis, der in die Kirche einziehenden Personen läßt sich beliebig erweitern, so können Braut und Bräutigam gefolgt von ihren Eltern die Kirche betreten oder Sie, begleitet von Ihrem Vater, gefolgt von Ihm, begleitet von seiner Mutter, halten Einzug in die Kirche.

Schließlich kann auch die komplette Hochzeitsgemeinde dem Brautpaar in die Kirche folgen.  Beachten Sie aber bitte, daß diese Variante mit steigender Gästezahl zu einer sehr großen Unruhe führt, bis alle Gäste sitzen.

Trauzeremonie

Je nachdem, ob Sie katholisch oder evangelisch heiraten wird der Traugottesdienst unterschiedlich ablaufen.

Evangelischer Gottesdienst
Vor der Trauung müssen Sie zunächst einmal dem Pfarrer die Bestätigung der standesamtlichen Trauung übergeben. In der evangelischen Kirche begleitet traditionell der Pfarrer das Brautpaar zum Altar. Die Braut geht dabei rechts vom Bräutigam, da nach dem evangelischen Glauben das Paar zu diesem Zeitpunkt bereits rechtsmäßig verheiratet ist.

Hat das Paar vor dem Pfarrer Platz genommen, so folgt nach einer kurzen Predigt die entscheidende Frage an Braut und Bräutigam, wurden die Ringe gewechselt, so folgt sofern das vorher vereinbart wurde, der berühmte Kuß, schließlich segnet der Pfarrer das Paar und nach einem Vaterunser die gesamte Hochzeitsgesellschaft.

katholischer Gottesdienst
Vor der Trauung bringt der Bräutigam die Ringe und die Bestätigung der standesamtlichen Trauung in die Sakristei. Im Sinne der katholischen Kirche ist das Paar noch nicht verheiratet, entsprechend trifft Sie Ihn erst vor dem Altar und steht während der Zeremonie links. Der Pfarrer kommt hinzu sobald das Paar gemeinsam vor dem Altar steht.

Hat das Paar vor dem Pfarrer Platz genommen, so beginnt der Pfarrer mit einem Gebet und segnet anschließend die Trauringe, nach einer kurzen Predigt stellt er die entscheidende Frage. Ist der Ringwechsel erfolgt, so segnet der Pfarrer das Brautpaar. Sobald die Trauung vollzogen ist, darf die Braut auf die rechte Seite ihres Mannes wechseln. Zum Abschluß der Zeremonie unterschreiben das Paar und die Trauzeugen die Hochzeitsurkunde.


Wer es etwas individueller möchte, der bittet einen Freund oder Verwandten ein paar Worte an die Gäste zu richten oder angagieren Sie einen Chor, einen Sänger oder ein Streichquartett für eine musikalische Untermalung des Gottesdienstes.


Anders als heute fand früher die Trauung vor dem Kirchenportal statt.

Auszug

Beim Auszug aus der Kirche geht die Braut grundsätzlich rechts vom Bräutigam. Wer will, richtet sich beim Auszug aus der Kirche nach der folgenden traditionellen Reihenfolge: Brautjungfern, Blumenkinder, Brautpaar, Brauteltern, Bräutigamseltern, nahe Verwandte, entfernte Verwandte und zu guter letzt die Freunde. Besonders schön anzuschauen ist, wenn das Paar die Kirche auf einem Teppich aus Blüten verläßt.

Bei schönem Wetter bleiben Sie einfach am Kirchenportal stehen und nutzen die Gelegenheit für ein paar hübsche Fotos. Außerdem ist dies der geeignete Ort, um die Glückwünsche der Hochzeitsgäste entgegen zu nehmen. Da zur Kirche kommen darf wer will, seien Sie nicht überrascht, den ein oder anderen ungeladenen Gast zu sehen.

Vielleicht erwartet Sie die eine oder andere Überraschung vor der Kirche, wie z.B. das Baumsägen. Dabei muß das Paar gemeinsam mit einer Ziehsäge einen mittelgroßen Baumstamm durchsägen und eine gute Zusammenarbeit beweisen.

Vielleicht nehmen ihre Freunde die alte Tradition des Spalier-Stehens wieder auf, auch wenn Sie keiner Bruderschaft angehören, so erscheinen vielleicht die Kameraden aus dem Tennisverein mit Ihren Tennisschlägern.

Seien Sie darauf vorbereitet, daß man Sie mit Reis bewerfen wird. Der Brauch ist recht alt und diente ursprünglich Körner werfend als Symbol der Fruchtbarkeit. Achtung, Reis wird nicht überall gerne gesehen, da er zum Einen den Tauben schadet, zum Anderen der Reis sich nur schwer wieder entfernen läßt.

Früher war es üblich, dem Brautpaar den Weg aus der Kirche zu versperren. Dieser Brauch geht darauf zurück, daß ein Bräutigam der sich eine Braut nahm, die nicht aus seinem Dorf stammte, eine Art Strafe zahlen mußte. Heute wird der Brauch praktiziert, indem das Paar beispielsweise ein auf ein Bettlaken gemaltes Herz ausschneiden muß, um hindurch zu steigen.

Heute sieht man auch öfter, daß das Paar vor der Kirche mit Seifenblasen begrüßt wird. Aber Vorsicht, zerplatzte Blasen können auf einem empfindlichen Stoff unschöne Flecken hinterlassen.


Vereinbaren Sie, daß die Musik auf alle Fälle solange gespielt wird, bis alle Gäste die Kirche verlassen haben.

Linktipp
Weitere Informationen und Vorschläge zur Trauung finden Sie unter www.brautissimo.de